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Antworten auf Eure Fragen von Günther und Barny

Vielen Dank für die vielen eingesandten Fragen. Hier nun das Interview vom 01. Dezember 2012 mit Günther Sigl und Barny Murphy und die Antworten auf Eure Fragen:
 

Fragen an Günther Sigl

Frage: Wie kamst Du auf die Idee Solo etwas zu machen und nach welchen Kriterien hast Du Deine Solo-Band zusammen gestellt?

Antwort Günther Sigl: Das hat sich einfach so ergeben. Ich habe mit dem Dieter (Radig) oft daheim gesungen. Es ist ein alter Schulfreund von mir aus Karlsruher Tagen. Man hat sich dann irgendwann mal wieder getroffen und wir sind auf einer Kunstaustellung gegangen. Er ist ja Maler. Dann hat man miteinander gesungen und gespielt. Er hat den Rhythmus gemacht.  Der Willie (Duncan) hat uns in der Zeit öfters besucht. Das Ganze war dann wie Hausmusik machen. Wir haben dann ein paar Songs gemacht. Das hat viel Spaß gemacht und hat sich immer weiter entwickelt. Dann ist noch der Wolfgang (Götz) dazugekommen. Wir haben im Übungsraum geübt, Songs gespielt und immer gleich Live aufgenommen. Da habe ich mir gedacht: „Gar nicht schlecht“. Irgendwann haben wir dann gesagt, wir machen eine CD.
Vom Songschreiben habe ich mich für meine Solo-CD jetzt nicht neu Erfunden. Ich könnte auch den einen oder anderen Song mit den Spiders spielen. Ich habe mit meinem Soloprojekt auch keine Richtlinien gehabt. Bei den Spiders erwarten die Fans Rock’n’Roll. Nachdem das Album ja Live eingespielt wurde,  haben wir uns gedacht, dass wir zur Veröffentlich gleich eine kleine Tournee dazu machen.

Frage: Wie ist der Stand Deines zweiten Soloalbums und wird es mal eine kleine Solo-Tour 2013 in Norddeutschland geben?

Antwort GS: Ich habe schon wieder viele Songs, wo wir auch schon eingeübt haben und die Texte fertig sind. Und da wir jetzt  im Januar und Februar ein bisschen mehr Zeit haben wird wahrscheinlich im Herbst die 2. Solo-CD fertig sein und eine Veröffentlichung ist natürlich geplant.
Im März zu Ostern sind wir mit dem Soloprogramm auf den Ostfriesische Inseln wie z.B. Norderney, Borkum oder Juist.

Frage: Welche Konzerte sind Dir lieber: Rock'n'Roll in den Bierzelten oder Unplugged, wo das Publikum zurückhaltender ist?

Antwort GS: Hat alles seinen Reiz. Wenn das Bierzelt mit 3.000 Leute kocht und es geht ab, das ist schon Rock’n’Roll. Unplugged ist halt in Theatern und man hat immer ein schönes Ambiente. Es sind meist kleine Kapazitäten und man ist sehr nah am Publikum. Das Programm ist unterschiedlich und bei den unplugged-Konzerten kann ich halt ein bisschen mehr erzählen.

Frage: Wie entsteht ein Song? Hast Du zuerst die Melodie im Kopf und dann kommt der Text dazu oder verhält es sich umgekehrt?

Antwort GS: Das ist meistens ganz einfach – ich habe zuerst einen Text. Der Text hat dann schon einen gewissen Rhythmus. Da lasse ich mich dann einfach vom Text leiten und spiele mit der Gitarre dazu. Das bayrische eignet sich sehr gut dazu. Persönliche Themen mache ich meistens auf bayrisch. Das kommt dann authentischer rüber. Allgemeine Themen sind dann in Hochdeutsch, wie z.B. „Skandal im Sperrbezirk“.

Frage: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der Gruppe "Blumentopf" und wie waren die Aufnahmen zu dem Lied "Rosi"?

Antwort GS: Die haben ja  schon für das Spider Murphy Gang Tribut-Album „30 Jahre Skandal! Mir feiern a bayerische Band“ das Lied „Amerika“ eingespielt.  Das hat mir ganz gut gefallen.
Über das Management sind sie auf mich zugekommen. Sie haben dann gesagt, dass sie ein Lied über die „ Rosi“ haben. Das habe ich mir dann angehört und der Text hat mir gut gefallen. Ich habe dann den Refrain dazu gemacht und es gefällt mir ganz gut. Es ist halt mal was anderes.

Frage: Gefällt Deinen Kindern Phillip und Anna die Musik von der Spider Murphy Gang und sind sie auch im Musikgeschäft tätig?

Antwort GS: Meine Kinder sind nicht im Musikgeschäft tätig. Beide haben mal angefangen Klavier zu spielen aber da waren sie nicht so mit Begeisterung dabei. Aber Musikbegeistert sind beide.
Mit meiner Musik sind ja beide aufgewachsen. Phillip ist 1982 und Anna 1984 geboren. Ich weiß noch ´85 war „Cadillac“ ein Hit und Phillip hat immer auf dem Kochtopf rumgeklopft und mitgesungen. Am besten hat ihm immer das tief gesungene „Cadillac“ gefallen.


Fragen an Barny Murphy

Frage: Wie viele Jahre hast Du gespielt, bis Du Dein Instrument so beherrschen konntest und spielst Du ausschließlich Fender-Strats?

Antwort Barny Murphy: Ich spiele alle möglichen Gitarren. Aber auf der Bühne ist die Fender mein Hauptinstrument.
Ich übe seit 40 Jahren um gescheit Gitarre spielen zu können, aber ich bin immer noch nicht fertig.

Frage: Wie kam es in den 80ern zur Zusammenarbeit mit der Gruppe "Ace Cats" und den von Dir produzierten Song "Linda"?

Antwort BM: Ich habe mehrere Sachen produziert, aber die „Ace Cats“ waren die erfolgreichsten. Die waren mit „Linda“ auch in den deutschen Charts und die anderen Sachen sind da ein bisschen untergegangen.
Aus Zeitgründen habe ich dann mit dem produzieren aufgehört. Das ist so viel Arbeit und man ist nur noch im Studio. Mir ist das Live spielen viel wichtiger.

Frage: Stört es die anderen Bandmitglieder wenn Du auf der Bühne rauchst?

Antwort BM: Darüber sage ich nichts. Ich hoffe, dass es nicht zu arg stört.

Frage: Warum wurde die angekündigte Solo-CD von Dir bisher nicht veröffentlicht und hast Du schon Material dafür zusammen?

Antwort BM: Ja, daran bin ich gerade am Arbeiten und werde auch selber singen. Das wird spannend. Einen Termin gibt es noch nicht, dass lasse ich einfach Entwickeln. Ich möchte aber definitiv damit anfangen. Mein neuer Übungsraum und Studio ist ja schon fast fertig.

Frage: Wie war für Dich das Treffen mit Chuck Berry?

Antwort BM: Kurz aber sensationell, wenn man seinen Hero mal trifft. Der Mann ist weit über 80 und hat immer noch eine Ausstrahlung. Er hat uns im Arm genommen – einfach irre. War für mich schon ein ehrfürchtiger Moment.


Fragen über die Spider Murphy Gang:

Frage: Wie fing es eigentlich mit der Spider Murphy Gang an bzw. wie seid Ihr zusammenkommen und woher kommt der Name?

Antwort Günther Sigl: Eine oft erzählte Geschichte. Aus dem Song "Jailhouse Rock" vom Elvis haben wir unseren Bandnamen.
In den 70er Jahren haben wir in die Ami-Clubs gespielt und dort zu spielen ist wie im Ausland zu spielen. In München kannte uns keiner. Das brachte uns nicht weiter, hat aber die Miete bezahlt. Wir wollten aber in München Fuß fassen. Unsere Ami-Club-Band hat sich dann aufgelöst.
Anfang `77 wollte ich eine Rock’n’Roll Show machen und fragte Barny ob er mitmacht. Barny war gerade bei der „Fats Hagen Band“ ausgestiegen und wir haben damals praktisch Tür an Tür in Leim in München gewohnt. Barny hat ja gesagt und war dabei. Franz Trojan hat mit mir bereits in der Ami-Club-Band gespielt und so war ein Schlagzeuger auch gleich mit dabei. Barny hat den Michael im Musikshop kennen gelernt und da wir noch einen Pianisten brauchten, wurde er gefragt, ob er auch mitmachen möchte. Michael ist zum studieren nach München gekommen Wir haben ihn dann in seiner Studentenbude besucht und er hat uns „Route 66“ auf seinem Piano vorgespielt. Das hat uns gefallen. Wir sind dann im Übungsraum und haben geübt.
Am 08. Oktober 1977 haben wir dann in Ulm in einem Ami-Club unseren ersten Gig als Spider Murphy Gang gehabt, da wir noch Verpflichtungen hatten. Dann haben wir einen festen Tag im Münchner „Memoland“  bekommen und haben mit unserem Rock’n‘Roll Erfolg gehabt. Dort haben wir noch in Englisch gesungen. Aus dieser Zeit stammt z.B. auch der Song „Schickeria“, der damals in Englisch „Ballerina“ hieß. Der bayrische Text kam dann erst später. Georg Kostya hat uns dann entdeckt und hatte die Idee auf bayrisch zu singen. Der Rest ist Geschichte.

Frage: Gibt es Euer erstes deutschsprachiges Lied "Rock House Song" auch auf CD?

Antwort GS: Nein, nur auf der LP „Rock House Live“.

Frage: Im Laufe der Zeit haben einige Mitglieder der Band gewechselt. War das für die Band ein Problem oder immer eine große Herausforderung?

Antwort GS: Ich mag eigentlich immer ganz gerne feste Leute um mich rum. Ich fühle mich ganz wohl, wenn ich die Leute schon länger kenne. Heiner (für die Technik der Spider Murphy Gang zuständig) zum Beispiel ist schon seit 1978 mit dabei.
Aber nach den ersten großen Erfolgen kam dann eine schwierige Zeit. Alle haben gesagt, die Band gibt es nicht mehr lange und ihr müsst neben der Band auch noch was anderes machen. Michael Busse ist dann ausgestiegen und Franz Trojan ist 1992 ausgestiegen. Er wollte weniger Live spielen und mehr im Studio seine eigenen Sachen verwirklichen. Mit Willy Ray Ingram habe ich auch heute noch Kontakt.

Frage: Verfolgt Ihr die Geschichte von Franz Trojan und habt Ihr ihn mal wieder getroffen?

Antwort GS: Über dieses Thema ist in letzter Zeit viel geredet worden. Nein, wir verfolgen die Geschichte nicht. Dabei möchte ich es gerne belassen.

Frage: Wie authentisch ist der Text von dem Lied "FFB" und ist er nach einer wahren Begebenheit entstanden?

Antwort GS: Wir haben mal auf der  Autobahn bei der `84er Tournee einen Unfall gehabt. Da wir immer viel nachts auf der Autobahn Unterwegs sind wollte ich mit dem Song einfach mal das Gefühl transportieren. So hat sich die Geschichte entwickelt. Es ist nicht authentisch sondern nur ausgedacht.

Frage: Waren Eure Auftritte in der ZDF Hitparade unvergessen schön oder war es für Euch eher ein Zwang dort aufzutreten?

Antwort GS: Wir wollten in der ZDF-Hitparade gar nicht auftreten. Sind aber dann von der Plattenfirma (EMI) gezwungen worden. Die haben gesagt, wenn ihr dort nicht auftretet, dann nehmen die auch unsere anderen Künstler nicht. Deshalb mussten wir dort auftreten. Sie haben uns dann ein Angebot gemacht, dass wir nicht ausschlagen konnten – was für die EMI teuer war.
Wir waren dann die Könige der Hitparade und sind aber dann immer gerne in der Hitparade aufgetreten. Die Hitparade war ja in Berlin und dort war ein tolles Nachtleben. Wir waren jung und unterwegs.

Frage: Warum wurde in den letzten 21 Jahren (seit 1991) nur zwei Alben (1997 Keine Lust auf schlechte Zeiten u. 2002 Radio Hitz) veröffentlicht?

Antwort GS: Das ist schwierig. Wir haben mit den letzten beiden Alben (1997 Keine Lust auf schlechte Zeiten und 2002 Radio Hitz) kaum Medienpräsenz gekriegt. Das war für uns frustrierend. Früher waren wir immer in allen Sendungen und plötzlich passten wir nicht mehr in das Format. Im Radio und Fernsehen sollten wir immer nur unsere Hits spielen bzw. ein Medley der Hits spielen, wo man vielleicht kurz den neuen Song unterbringen kann.
Außerdem ist ins Studio gehen ist ziemlich aufwendig. Die Plattenfirmen haben nicht mehr das Geld wie früher. Meine Solo-CD habe ich in meinem Übungsraum eingespielt. Aber vielleicht gibt es ja mal wieder etwas. In letzter Zeit haben wir wieder das Gefühl, dass wir mehr Aufmerksamkeit bekommen oder Anerkannt sind. Große Lieblinge der Medien waren wir noch nie. Wir waren immer eine Band für die normalen Leute. Da wir immer eine Liveband waren und nie Popstars werden wollten, gibt es uns heute noch. Wir haben uns dann gesagt, dann spielen wir eben für die Leute, wenn wir nicht mehr so viele Platten verkaufen.

Frage: Versucht Ihr nach dem Auftritten nach Hause zu fahren oder freut Ihr euch immer auf ein Hotelzimmer?

Antwort GS: Wir haben meistens Fahrgemeinschaften. Manchmal fahren wir auch mit einem Bus. Wenn der Auftritt in der Nähe ist, fahren wir danach auch mal nach Hause.

Frage: Welches war Euer bestes Konzert in der 35-jährigen Bandgeschichte?

Antwort GS: Die ersten Konzerte im Memoland haben mir immer besonders gut gefallen. Da haben wir zum ersten Mal das Gefühl gehabt, die Leute kommen um uns zu hören. Das war ein super Feeling. Da bin ich mit der U-Bahn zur Münchener Freiheit gefahren mit meinem Basskoffer. Bin dann in die Siegestraße eingebogen und da war schon eine Schlange. Ich bin dann mit meinem Basskoffer vorbei an der Schlange und einige haben gesagt: „Schau, das ist der Sänger“. Das tut dann schon gut.
Natürlich auch die ersten großen Konzerte z.B. in der Dortmunder Westfalenhalle oder der erste Gig im Circus Krone. Das erste Set in Englisch und das zweite Set in Bayrisch. Wir hatten damals noch nicht so viel Material gehabt. Im Circus Krone da stehst du drin und weißt, die Beatles haben dort gespielt, die Rolling Stones – die heiligen Hallen praktisch. Alles was Rang und Namen hatte, hat damals dort gespielt. Und dann wir als Münchner Band – das hat es eigentlich vorher nicht gegeben.

Frage: Warum ist die Setliste bei Euern Konzerten seit Jahren die Gleiche und warum spielt Ihr nur noch 90 Minuten auf Euren Konzerten und nicht wie früher 2 Stunden?

Antwort GS: Wir spielen nicht mehr so lange. Weil es im Bierzelt so heiß ist und vom Dach her schon tropft, gerade im Sommer. Dann spielen oft noch Vorgruppen. Andere Gruppen spielen auch nicht so lange. Wir spielen so 1 ½ Stunden, vielleicht noch die ein oder anderer Zugabe. Wir wollen es nicht zu kurz machen, aber es ist schon anstrengend.
Die Setliste ist halt bewährt und die Leute wollen die Hits hören. Wir haben früher mal, wo gerade die LP „Wahre Liebe“ veröffentlicht wurde, das ganze Album live gespielt und die Leute haben immer nur auf „die Rosi“ gewartet. Das merkt man auch heute noch. Im Süden kennen die Leute auch die anderen Songs von uns, aber wenn wir im Norden spielen warten alle auf „Schickeria“ oder „Rosi“. Dort kennt man hauptsächlich unsere NDW-Hits. Gib den Leuten was sie wollen.

Frage: Gibt es etwas, auf das Ihr aufgrund der Popularität verzichten musstet?

Antwort GS: Eigentlich nicht. Ich habe eine Familie gehabt und habe zwei Kinder. Klar hat die Familie ein bisschen darunter gelitten, wenn man viel Unterwegs ist. Aber das war halt so.
Das die Ehe gescheitert ist, wäre vielleicht auch woanders passiert. Das möchte ich gar nicht auf die Musik beziehen. Ich bin jetzt auch schon wieder seit 15 Jahren in einer Beziehung.

Frage: Die meisten aller Spider Murphy Gang Lieder sind von Günther Sigl geschrieben. Wie ist eine Entstehung der Lieder als Teamwork im Proberaum zu verstehen?

Antwort GS: Der Michael hat auch schon mal einen Song gemacht, z.B. „Rosmarie“. Er hatte noch einen Englischen Text und ich habe dann einen bayrischen Text dazu geschrieben. Der Franz hat mal einen Song „Mädchen drüben“ geschrieben und auch selber gesungen, da ich dazu nicht den richtigen Bezug hatte. Das war auch OK.
Auch im Studio kann sich ein Song noch verändern. Wenn jemand Ideen dazu hat, versucht man diese einzubauen. Manche Songs habe ich zu Hause auch schon so gut wie fertig. Da komme ich dann mit der Gitarre und spiele es im Übungsraum vor – „Skandal im Sperrbezirk“ war so gut wie fertig. Manche Songs werden auch im Studio erst richtig entwickelt.

Frage: Wird es ein neues Spider Murphy Gang Album geben?

Antwort GS: Wahrscheinlich schon. Fragt sich nur wann.

Frage: Wird die Spider Murphy Gang jemals wieder in Original-Besetzung auftreten, z.B. bei einem Jubiläumskonzert?

Antwort GS: Nein – glaube nicht.
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